Leads, Leads, Leads: B2B ist das neue Sexy im Social-Media-Zirkus

Leads, Leads, Leads: B2B ist das neue Sexy im Social-Media-Zirkus

Eben noch sprachen alle über das Ende der Werbung, das Zeitalter der Relevanz und die Fokussierung auf die Sozialen Beziehungen, weg von der Technologie. Da macht ein leises Flüstern die Runde: „B2B!“ Augen beginnen zu glänzen, Marketeers großer Chemiekonzerne, Maschinenbauer und Facility Manager lächeln seelig. Ein bisschen Coolness, mehr sexy, endlich! Dank Social Media. Natürlich. Im Rahmen der Bachelor-Thesis von Kim Nguyen an der ISM Dortmund befragte die Agentur creative360 110 B2B-Unternehmen aus Industrie, IT und Dienstleistungen zur aktuellen und zukünftigen Nutzung von Social-Media-Marketing. Der Trend sei eindeutig, so die Studie: „Demnach sehen 83% der Marketingverantwortlichen B2B Social-Media-Marketing in den Jahren 2010 bis 2012 als wichtig bzw. sogar sehr wichtig an.“ Die weiteren Aussagen der Marketeers lassen jedoch vermuten, dass 99% der zukünftigen Maßnahmen nichts als Zeitverschwendung und Geldverplempern sein werden. B2B or not B2B: That is the question! B2B ist anders. Einkäufer sind meist nicht die Anwender und die Entscheidungsprozesse zur Anschaffung von B2B-Produkten, -Lösungen und -Services sind wesentlich umfangreicher. Ein ganzer Konferenzraum voller Menschen will überzeugt werden. Aus irgendeinem Grund scheinen B2B-Marketeers zu glauben, dass die Menschen aus ihren Zielgruppen ernster genommen werden müssen als der private „Konsument“. Jedenfalls kommunizieren sie anders. Bestandskunden werden durch eigene Key-Account-Manager betreut, potentielle Kunden sollen mit umfangreichen Angeboten gelockt werden. Der Aufwand pro Kunde ist teilweise immens. Nicht ohne Grund: Schließlich kann ein Outsourcing-Deal mit einem Fortune-500-Unternehmen richtig Geld in die Kasse spülen. Im B2B-Marketing bemühen sich Menschen um Menschen. Eigentlich ist dieser Wirtschaftszweig für Social Media prädestiniert. Martin Meyer-Gossner sieht das ganz genauso: „In meinen Augen ist das Social Web für B2B sogar effizienter und mit oft schwerwiegenderer Wirkung nachhaltig...
Die Deutsche Post stößt kräftig in’s Horn und trifft mal wieder die falschen Töne

Die Deutsche Post stößt kräftig in’s Horn und trifft mal wieder die falschen Töne

„Das Beste aus zwei Welten – Deutsche Post startet den E-Postbrief“ – hört sich seltsam an, ist es auch. In seinem TV-Prospekt Einkaufaktuell bewirbt der ehemalige Monopolist seinen neuesten Service: Der E-Postbrief funktioniert wie E-Mail, ist aber, im Gegensatz zur E-Mail, sicher. Der elektronische Postbrief? Das ruft Stirnrunzeln hervor. Was der E-Postbrief kann und was nicht, ist egal. Interessant ist, wie die Deutsche Post ihren neuesten Streich in der hauseigenen Postille bewirbt: Klassische Propaganda, die Ängste schürt, um angebliche Sicherheit zu verkaufen. Mit dabei: Ein Interview mit Jürgen Gerdes, dem Konzervorstand Brief der Deutschen Post DHL, das erschreckend aufschlussreich ist und vor allem eins zeigt: Die Post ist noch lange nicht im Internet angekommen. Es ist nicht das erste mal, dass die Post ihr Wochenheftchen für grenzwertige Propaganda verwendet. So machte die Einkaufaktuell schon zur Bundestagswahl 2009 von sich reden, als eine Anzeige der CDU ganzseitig auf dem Titel erschien. Dass es sich um eine Anzeige handelte, war nur schwer zu erkennen. Heute wirbt die Post nicht für ihre Partei, sondern für den eigenen Service. Die Maßnahme ist indessen ähnlich drastisch. Denn, so erfahren wir aus dem Advertorial: „Heute ist die E-Mail alltäglich. Millionenfach schwirren elektronische Nachrichten in Sekundenschnelle von Computer zu Computer. E-Mails sind einfach, schnell und preiswert – aber eines sind sie bisher nicht: sicher.“ Was folgt, ist die klassische Instrumentalisierung von Angst: „Für Hacker ist es ein Leichtes, E-Mails abzufangen, mitzulesen oder gar zu verfälschen.“ Genau. Wer heute noch eine unverfälschte E-Mail erhält, die niemand mitliest, hat wirklich Glück. Aber nicht genug. Denn hinzu kommen Spam-Werbemails mit zwilichtigen Angeboten, die – „so schätzen Experten“ – 95%...