Facebook II – The Empirie Strikes Back

Facebook II – The Empirie Strikes Back

Mark Zuckerberg ist ein Genie. Er ist Visionär, Coder und Businesskasper in Personalunion. Und, wenn man dem sehr unterhaltsamen Film zum Network glauben darf, auch ein ausgemachter Zyniker. Als ob das nicht reichen würde, beherrscht er noch eine einzigartige Fähigkeit: Den Jedi-Mind-Trick. Gestern – Facebook hatte zur f8 Developer Conference geladen – stand er auf der Bühne, erzählte von der neuen Timeline, ihrer Funktion als „Lebens-Log“ und dem erweiterten Open Graph. Ein Foto seines Hundes Beast ist zu sehen, als Cover der Timeline. Jay-Z ist zu hören, der Song rauscht durch den neuen Ticker. Aber da steht jetzt nicht mehr „Mark und Hinz & Kunz gefällt das“ – sondern „Mark hört gerade einen Song von Jay-Z“. Später wird Chris Cox, Director of Product über „data as a narrative“ sprechen. Wie Informationen verarbeitet und strukturiert werden. „It is not just topics. There is nothing we love to summarize more than time itself.“ Summarize – da hätte man aufhorchen können. Wenn nicht Zuckerberg diesen Jedi-Mind-Trick beherrschen würde, der alle Welt glauben lässt, es ginge bei Facebook II um die personenzentrierte Datenverarbeitung – von Nutzern und Werbern gleichermaßen. Dabei interessiert sich Facebook einen Scheißdreck für die Nutzerdaten. Denn etwas sehr viel Wertvolleres, Macht versprechendes, gelangt mit dem Erfolg von Facebook II in unmittelbare Reichweite der Klauen von Zuckerberg und Co. Pick Up the Pieces Die Tragweite dessen, was da vorgestellt wurde, ist in der (deutschen) Blogosphäre offenbar noch nicht angekommen. Da spricht man vor allem wieder über Werbung und Datenschutz, darauf ist Verlass. Stellvertretend das Gesäusel von Social-Media-Berater Thomas Knüwer in bekannter Entdecke-die-Möglichkeiten-Manier: „Für Unternehmen mit Produkten wie Inhalten eröffnet das neue...
Tschüss Social Media, es ist vorbei! The Passion Haz Gone

Tschüss Social Media, es ist vorbei! The Passion Haz Gone

Was ist da los? Mirko Lange, umtriebiger Vortänzer der Social Media Beraterszene, kündigt an: „Das was in den letzten knapp 3 Jahren war, war gut und lehrreich. Aber es hat sich irgendwie erschöpft.“ Gemeint ist Mirkos wilder Ritt durch alle Netzwerke und Social Services der Interwebs. Die Lust, alles auszuprobieren, überall dabei zu sein, sei dahin. Damit ist er in guter Gesellschaft. Olaf Kolbrück spricht in einem beachtlichen Artikel von Social Media als dem Netz der Enttäuschten: „Geredet wird über das Erschöpfungs-Syndrom inzwischen seltener. Es ist beinahe Status quo.“ Macht plötzlich alles keinen Sinn mehr? Hat sich die Geschäftsführung die Reportings der Marketeers mal genauer angesehen und ist explodiert? Frustration aller Orten. Völlig zu Recht. Denn, da hat Mirko etwas Kluges geschrieben: „Erfolg hängt im Social Web heute ganz stark am Engagement Einzelner. Das skaliert aber nicht. Und wer es versucht, es zu skalieren, verbrennt sich…“ Da ist es wieder, das Bild vom Social Ikarus, der sich zu nah an die Sonne wagt. Der Absturz lässt sich jedoch vermeiden, wenn die richtige Flugroute gewählt wird. The Eagle Has Crashed Nüchterne Realität: „Nur 23 Prozent der Nutzer wollen mit Marken im Social Web interagieren. Sie sind stattdessen überwiegend an Rabatten und Aktionen interessiert. Damit aber verliert Social Media seine Besonderheit und wirkt eher wie der digitale Arm für Loyalty-Programme„, so Olaf. Erwartet hatten die Marketeers freilich etwas anderes. Etwa Reaktionen wie „Hey, eure Facebookseite ist voll cool, habe ich zu meiner Startseite gemacht!!!!!!!!elf!!!! Am liebsten lese ich eure Pressemitteilungen!!!!!!!!!“ oder „Gratz, derbe Seite, ich liebe euern Style, ihr seid der illste Dübelhersteller wo gibt! <3„. Vielleicht wollten sie auch einfach nur...