Blogger Relations: Geh sterben!

Blogger Relations: Geh sterben!

Kunst ist Kunst ist Kunst ist Arbeit. Und wenn du etwas davon abhaben willst, musst du den dafür angemessenen Preis bezahlen. Wie für die Sonntagsbrötchen, den Friseurbesuch und den neuen Fernseher auch. So einfach kann das Leben sein. Sagt Ninia Lagrande, Bloggerin. Sie will nicht kostenlos über Produkte und Geschichten bloggen, die Agenturen und Unternehmen ihr andienen. Reichweite bezahlt keine Miete. Und für Aufmerksamkeit bekomme ich weder Lebensmittel noch Kleidung, so Ihre Argumente. Sie will Geld. Das kann man zwar nicht essen, aber immerhin ausgeben. Nur – für was möchte sie eigentlich Geld haben? Für Auftragstexte. Die dann in ihrem Blog oder sonst wo in den Weiten der Webs erscheinen und was auch immer mit den Lesern machen. Gegen Bezahlung. Das ist eigentlich ganz einfach. Denn andere machen das auch. Ninia müsste sich lediglich Texterin nennen und auf einer schnieken Website ihr Leistungsportfolio abbilden. Dann würde das schon klappen mit den Auftragstexten und der anständigen Bezahlung. (Vielleicht auch nicht.) Nur das tut Ninia nicht. Sie ist keine Texterin. Sie ist – Bloggerin. Yeah. Das mit den Blogs kam 2004 so richtig in Fahrt. Gab es zwar schon lange vorher (der Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach bloggt gefühlt schon seit 1975), aber vor zehn Jahren wurde es hipp. Da erschien die erste Version von WordPress, Blogger.com erhielt von Google ein Aufsehen erregendes Redesign und der amerikanische Wörterbuchverlag Merriam-Webster wählte „Blog“ zum Wort des Jahres. Seitdem ist viel passiert. In den USA sind aus politischen Blogs ganze News-Maschinerien wie die Huffington Post oder Politico hervorgegangen. Deren Einfluss wird so hoch geschätzt, dass in der TV-Serie House of Cards die investigative Journalistin Zoe Barnes, bezahlte (!) Angestellte...