#Dishstorm Diavolo – Rezept für 200 Personen

#Dishstorm Diavolo – Rezept für 200 Personen

„Plant ihr eigentlich einen Webshop?“, frage ich Frederik. Wir stehen in der Fixiestube, seinem kleinen Ladengeschäft gegenüber dem Fischerplätzchen. Gerade übergab Frederik mir mein Rennrad, das ich zum Single Speed umrüsten ließ. Gut 20 Minuten quatschen wir schon über den Umbau, die schönen Unikate im Laden und den Trend zu Fatbikes. „Mjah“, grinst Frederik etwas verlegen. Das sei schon etwas aufwändiger und die permanente Pflege eines Shops ziemlich zeitintensiv. Und schon rutschen mir diverse Empfehlungen raus. Ich plappere was von WordPress, WooCommerce und kinderleichtem Backend. „Kennst Du Dich damit aus? Machst Du solche Sachen?“, will Frederik von mir wissen. Jetzt ist es an mir, ein verlegenes „Mjah“ rauszuhauen. Ein Sales Pitch soll das hier eigentlich nicht werden. Also haken wir das Thema erst mal ab und verabreden, uns in zwei Wochen noch mal zum Nachjustieren des Rads zu treffen. Mal sehen, über was wir dann sprechen. Es war ein sehr nettes, stinknormales Gespräch zwischen Kunde und Unternehmer. An einem Punkt des Gesprächs entstand das Potential, dieses Verhältnis umzukehren. Das ist auch überhaupt nicht schlimm, denn es war, wie gesagt, eine Gesprächssituation mit einer hübschen Vorgeschichte. So etwas passiert tagtäglich fantastilliardenfach. Und natürlich auch und erst recht im Social Web. Auftritt des Pesto-Spezialisten Wir schreiben das Jahr 2015 und Unternehmen unterhalten sich im Netz mit ihren Anspruchsgruppen. Manchmal ist das noch eine recht einseitige Angelegenheit, doch der Wille zum Dialog ist fast überall erkennbar. Gerade Love Brands profitieren von der Begeisterungsfähigkeit ihrer Fans auf Facebook & Co. Markenartikler lieben Facebook völlig zu Recht für die Möglichkeit, ihre Zielgruppen über deren Interessen und soziale Verknüpfungen anzusprechen. Nichts anderes macht auch Bertolli. Das teils zu Unilever gehörende...
Intern ist das neue Extern – ein Manifest der Integralen Kommunikation

Intern ist das neue Extern – ein Manifest der Integralen Kommunikation

„Hast Du Lust mit mir gemeinsam als Dozent zu arbeiten?“, fragte mich mein Freund Lars in einem anderen Sommer dieses Jahres, als die Sonne schien und die Erdbeeren noch aus Mainz-Finthen kamen. Das hatte ich noch nie gemacht und mit dem Thema des Seminars – Interne Kommunikation – hatte ich mich auch noch nie ausführlich beschäftigt. Also sagte ich zu. An vier Terminen im September würden wir mit acht MBA-Studenten des Institut für Marketing und Kommunikation erarbeiten, was Sinn und Zweck der internen Kommunikation ist und wie sich deren Ziele bestmöglich erreichen lassen. Im Vorgespräch verabredeten wir recht schnell und unkompliziert, das interne Kommunikation eigentlich nichts anderes als externe Kommunikation ist, wenn man nur die Adressaten – also die internen ZielDialoggruppen – auch als Kunden versteht, die es zu überzeugen gilt. Da wir von Kommunikation etwas verstehen, trauten wir uns das Thema durchaus zu. Das Einarbeiten in die Klassiker der IK-Theorie war dann keine Raketenwissenschaft. Dazu kamen ein paar gute Quellen aus dem Bereich Enterprise 2.0, in dem beispielsweise der liebe Frank Hamm zu Hause ist. Erst einmal alles in Frage stellen Hier ein Video von Peter Kruse, da das Modell des vormedialen Raums von Thomas Pleil, dort ein Besuch auf dem Daimler Blog und schon wurde am ersten Seminartag eifrig diskutiert, ob die Trennung Interner von Externer Kommunikation in Bezug auf den Begriff Öffentlichkeit überhaupt noch Relevanz besitzt. Erst einmal alles in Frage stellen, das war der Plan. Dann wird von den Dozenten auch nicht erwartet alles zu wissen, das war die Hoffnung. Schnell wurden zahlreiche Negativbeispiele aus eigener Erfahrung ausgepackt – IK scheint in vielen Unternehmen nicht...
Das Leben der Anderen auf der Content Strategy Forum Conference 2014

Das Leben der Anderen auf der Content Strategy Forum Conference 2014

Gute Geschichten stiften Sinn. Die richtigen Informationen geben uns Orientierung. Binsenweisheiten. Trotzdem werden sie zu häufig nicht beachtet, weil die Gedanken der Unternehmenskommunikation stets um den selben Gegenstand kreisen: Das eigene Unternehmen. „Wie bringen wir uns ins Gespräch?“ lautet die zentrale Fragestellung der Kommunikatoren. So legitim die Frage, so ernüchternd sind die Antworten darauf. Denn allzu oft ist die Antwort der Versuch, das eigene Produkt mit viel Chi-Chi zu inszenieren. Was auf der Strecke bleibt: Das Interesse der Zielgruppe. Denn dank Facebook, Buzzfeed und WhatsApp passiert ständig etwas Interessanteres und Relevanteres als die nächste Produktankündigung des Küchengeräteherstellers oder der Versicherung. Unsere Aufmerksamkeit ist endlich. Sie ist ein Gefäß mit begrenztem Füllstand. Nicht jeder Inhalt findet dort seinen Platz. Sondern nur die Inhalte, die unser Leben in irgendeiner Form bereichern. „Das Leben der anderen“ – wäre das nicht schon ein Filmtitel, würde die Phrase als Maxime für gute Kommunikation taugen: „Was steht im Mittelpunkt unserer Bemühungen? Das Leben der anderen!“ Ob das so stimmt oder Bullshit ist – darüber diskutieren 200 Experten aus aller Welt auf dem Content Strategy Forum 2014 vom 1. – 3. Juli in Frankfurt am Main. Die von einer internationalen Community ins Leben gerufene Konferenz fand erstmals im Jahr 2010 in Paris statt. Nach Stationen in London, Kapstadt und Helsinki kommt sie nun in den deutschsprachigen Raum. Ich unterstütze die Konferenz als Multiplikator und werde außerdem mit Lars Kempin unser gemeinsame Buch „Content Marketing – Kommunikation mit Mehrwert“ vorstellen. Was die Konferenz besonders macht, ist das vielfältige internationale Programm. Insgesamt vermitteln mehr als 50 Expertinnen und Experten aus 15 Ländern ihre Erfahrungen in Vorträgen, Werkstattberichten, Diskussionsrunden und Vorträgen....
Blogger Relations: Geh sterben!

Blogger Relations: Geh sterben!

Kunst ist Kunst ist Kunst ist Arbeit. Und wenn du etwas davon abhaben willst, musst du den dafür angemessenen Preis bezahlen. Wie für die Sonntagsbrötchen, den Friseurbesuch und den neuen Fernseher auch. So einfach kann das Leben sein. Sagt Ninia Lagrande, Bloggerin. Sie will nicht kostenlos über Produkte und Geschichten bloggen, die Agenturen und Unternehmen ihr andienen. Reichweite bezahlt keine Miete. Und für Aufmerksamkeit bekomme ich weder Lebensmittel noch Kleidung, so Ihre Argumente. Sie will Geld. Das kann man zwar nicht essen, aber immerhin ausgeben. Nur – für was möchte sie eigentlich Geld haben? Für Auftragstexte. Die dann in ihrem Blog oder sonst wo in den Weiten der Webs erscheinen und was auch immer mit den Lesern machen. Gegen Bezahlung. Das ist eigentlich ganz einfach. Denn andere machen das auch. Ninia müsste sich lediglich Texterin nennen und auf einer schnieken Website ihr Leistungsportfolio abbilden. Dann würde das schon klappen mit den Auftragstexten und der anständigen Bezahlung. (Vielleicht auch nicht.) Nur das tut Ninia nicht. Sie ist keine Texterin. Sie ist – Bloggerin. Yeah. Das mit den Blogs kam 2004 so richtig in Fahrt. Gab es zwar schon lange vorher (der Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach bloggt gefühlt schon seit 1975), aber vor zehn Jahren wurde es hipp. Da erschien die erste Version von WordPress, Blogger.com erhielt von Google ein Aufsehen erregendes Redesign und der amerikanische Wörterbuchverlag Merriam-Webster wählte „Blog“ zum Wort des Jahres. Seitdem ist viel passiert. In den USA sind aus politischen Blogs ganze News-Maschinerien wie die Huffington Post oder Politico hervorgegangen. Deren Einfluss wird so hoch geschätzt, dass in der TV-Serie House of Cards die investigative Journalistin Zoe Barnes, bezahlte (!) Angestellte...
Montage, für die das Aufstehen sich lohnt

Montage, für die das Aufstehen sich lohnt

10 Monate Selbständigkeit liegen bereits hinter mir. Die Zeit verging wie im Flug. Keinen einzigen Tag möchte ich davon missen. Die Bilanz ist ordentlich: Kunden, mit denen es Spaß macht zu arbeiten. Ein Einkommen, von dem ich leben kann. Eine Kommunikation, die nicht durch „10 Dinge, die ein Social Media Manager jetzt tun sollte“-Artikel verhunzt wird. Aber vor allem: Die Freiheit zu tun, was ich für sinnvoll erachte. Und das andere zu lassen. Gemeinsam mit Lars Kempin schreibe ich ein Buch über Content Marketing – und, trotz zähem Ringen mit Zeit und Aufmerksamkeit – es zeichnet sich ein Werk ab, das nicht verkaufen, sondern hinterfragen will. Weil wir das gut finden. Weil wir glauben, dass ein Buch Sinn stiften sollte, um eine echte Daseinsberechtigung zu haben. Vielleicht sind wir auch einfach nur ein Stück weit größenwahnsinnig und glauben, wir könnten Marketing- und PR-Industrie tatsächlich positiv beeinflussen. Egal, wir haben jedenfalls hehre Ziele und das ist es, was den Spaß an der Sache ausmacht. Ganz sicher nicht das Geld. Sondern das einfach mal machen. I don’t like mondays Diese Erfahrung darf ich seit kurzem auch in einem anderen Umfeld bestätigen. Seit Oktober bin ich im Team einiger großartiger Enthusiasten, die aus reiner Freude an der Sache jeden Monat den Webmontag Frankfurt auf die Beine stellen. In meiner Wahrnehmung gibt es diese Veranstaltung schon ewig, sie ist eine Konstante im Frankfurter Geschehen. Tatsächlich blickt der #wmfra auf sieben Jahre Existenz zurück. Ich erinnere mich an lange Abende in der Brotfabrik, mit Talks, die begeisterten und Vorträgen, die ich nicht verstand. Die Bandbreite der Tech-Themen war riesig, oft kam mir der Abend...