Cluetrain PR feiert Geburtstag!

Cluetrain PR feiert Geburtstag!

Vor einem Jahr fing es an. Es juckte mich in den Fingern. Erstens, weil ich das Bloggen vermisste. Mein erstes Blog schrieb ich von 09/2005 bis 09/2006. Genau ein Jahr. Danach ging es nicht weiter. Das ist heute anders. Zweitens, weil ich das Gefühl hatte, dass es diese Nische braucht, die Cluetrain PR hoffentlich heute besetzt (Hey, ich meine nicht Social Media!). Da kannte ich die anderen großartigen Blogs wie digitalpublic, wwweblernen uvm. noch nicht. Das war auch gut so. Vielleicht ist Cluetrain PR in seiner Art wirklich einzigartig. Beurteilen müsst das ihr, die Leser. Es ist heute eure Bühne. Vorhang auf! Tja. Hier befand sich mal eine Google Wave. Lange ist es her. Was das war, wollt ihr wissen? Opa kann es euch...
Die Deutsche Post stößt kräftig in’s Horn und trifft mal wieder die falschen Töne

Die Deutsche Post stößt kräftig in’s Horn und trifft mal wieder die falschen Töne

„Das Beste aus zwei Welten – Deutsche Post startet den E-Postbrief“ – hört sich seltsam an, ist es auch. In seinem TV-Prospekt Einkaufaktuell bewirbt der ehemalige Monopolist seinen neuesten Service: Der E-Postbrief funktioniert wie E-Mail, ist aber, im Gegensatz zur E-Mail, sicher. Der elektronische Postbrief? Das ruft Stirnrunzeln hervor. Was der E-Postbrief kann und was nicht, ist egal. Interessant ist, wie die Deutsche Post ihren neuesten Streich in der hauseigenen Postille bewirbt: Klassische Propaganda, die Ängste schürt, um angebliche Sicherheit zu verkaufen. Mit dabei: Ein Interview mit Jürgen Gerdes, dem Konzervorstand Brief der Deutschen Post DHL, das erschreckend aufschlussreich ist und vor allem eins zeigt: Die Post ist noch lange nicht im Internet angekommen. Es ist nicht das erste mal, dass die Post ihr Wochenheftchen für grenzwertige Propaganda verwendet. So machte die Einkaufaktuell schon zur Bundestagswahl 2009 von sich reden, als eine Anzeige der CDU ganzseitig auf dem Titel erschien. Dass es sich um eine Anzeige handelte, war nur schwer zu erkennen. Heute wirbt die Post nicht für ihre Partei, sondern für den eigenen Service. Die Maßnahme ist indessen ähnlich drastisch. Denn, so erfahren wir aus dem Advertorial: „Heute ist die E-Mail alltäglich. Millionenfach schwirren elektronische Nachrichten in Sekundenschnelle von Computer zu Computer. E-Mails sind einfach, schnell und preiswert – aber eines sind sie bisher nicht: sicher.“ Was folgt, ist die klassische Instrumentalisierung von Angst: „Für Hacker ist es ein Leichtes, E-Mails abzufangen, mitzulesen oder gar zu verfälschen.“ Genau. Wer heute noch eine unverfälschte E-Mail erhält, die niemand mitliest, hat wirklich Glück. Aber nicht genug. Denn hinzu kommen Spam-Werbemails mit zwilichtigen Angeboten, die – „so schätzen Experten“ – 95%...
Als die Mauer 20 Jahre später fiel

Als die Mauer 20 Jahre später fiel

Es war kalt an diesem Nachmittag. Der Winter kündigte sich mit scharfem Wind an. Das hinderte uns jedoch nicht daran, wieder auf die Straße zu gehen. 20 Jahre, nachdem unsere Eltern vergeblich versucht hatten, die Grenzen dieses Regimes einzureissen, wollten wir es heute erneut. Die Zeit war reif. Wir fürchteten uns nicht vor der Volkspolizei, die 1989 mit den tödlichen Schüssen auf friedliche Demonstranten vor dem Grenzübergang Bornholmer Straße die Proteste gewaltsam beendete. Damals war die Welt nahe an einem 3. Weltkrieg und nur die Tatsache, dass Gorbatschow das Vorgehen der DDR-Führung nach zwei langen Stunden verurteilte, verhinderte die Eskalation. In Folge der Ereignisse wurde die DDR zunehmend isoliert, ein Inselstaat zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den ehemaligen Bruderstaaten, die auf dem Weg in die Demokratie waren. Unsere Eltern waren überzeugt, dass das Ende des Regimes nur eine Frage der Zeit sei, aber es sollte noch 20 Jahre dauern. In der Zwischenzeit erneuerten die eigentlichen Mächtigen im Land, das MfS und die Kommerzielle Koordinierung, eine Scheindemokratie, die die alten Feindbilder mit fast religilösem Eifer am Leben zu halten versuchte. Dabei ließen sie es sich jedoch nicht nehmen, gute Geschäfte mit dem Westen und den neuen „Imperialisten“ im Osten zu machen. Wie sich später herausstellte, hatten Frankreich und die BRD im DDR-Regime einen dankbaren Abnehmer für ihren Atommüll gefunden. Die Vergütung erfolgte in Hightech und Infrastruktur, unter anderem Abhörtechnik westdeutscher Konzerne. Abzuhören gab es viel. Zum Beispiel den Mobilfunk. Wurde am Anfang noch versucht, die neue Technik nicht in die Hände der eigenen Bürger kommen zu lassen, änderte das Regime später seine Strategie. Unter Federführung des MfS wurden 1997 zwei...
Putting the „KO“ in JAKO

Putting the „KO“ in JAKO

Der Sportartikelhersteller JAKO mahnt einen Blogger ab und macht Bekanntschaft mit dem Streisand-Effekt. Wie schon viele Firmen zuvor erlebt er nun den Zorn des Social Web. Die Web Evangelisten wollen für den Hashtag #jako eine Twitter-Reichweite von 73.180 unterschiedlichen, d.h. unique Followers, gemessen haben, was mit der Reichweite einer mittleren bis großen Lokalzeitung zu vergleichen sei. JAKO ist unbestritten der Verlierer des Tages auf Twitter und in den Blogs. Ob die Geschichte den Sprung aus dem vormedialen Raum in die Massenmedien schafft, ist ungewiss. Präzedenzfälle dafür gibt es jedoch genügend. So wurde im Februar dieses Jahres aus dem getwitterten Hilfeersuch von Markus Beckedahl wegen einer Abmahnung der Deutschen Bahn die Titelstory der überregionalen Tageszeitung taz. Nun ist der betroffene Frank Baade kein A-, sondern Sportblogger und JAKO ist auch nicht die Bahn, zu der die Hälfte der Deutschen ein durchaus gespaltenes Verhältnis hat. Nur, wer zukünftig im Netz nach JAKO sucht, wird unweigerlich die negativen Seiten des Unternehmens finden. Wie muss ein Unternehmen eigentlich gestrickt sein, um solche PR-Gaus zu verhindern? Eine quick’n’dirty Szenarioanalyse kann vielleicht Antwort auf diese Frage geben: Szenario A: JAKO spricht Sowohl das Eintracht Frankfurt Fan-Blog-G als auch allesaussersport haben bei JAKO ergebnislos nach einer Stellungnahme zu dem  Vorfall gefragt. Da die mahnende Rechtsanwältin und der zuständige Mitarbeiter bei JAKO beide bis Mitte September im Urlaub sind, könne man keine Auskunft geben, so die Antwort. Zu diesem Zeitpunkt war der Geschäftsführung wohl noch nicht klar, dass ein massiver Reputationsverlust droht. Schweigen ist im dialogorientierten Social Web keine Lösung. Erst, nachdem die beiden genannten Blogs zusammen gut 800 meist empörte Kommentare zum Thema zählen, spricht JAKO...
Der Bundestag hat eine neue Website für das Internet der 90er

Der Bundestag hat eine neue Website für das Internet der 90er

Heute um 11.00 Uhr wurde in einer Pressekonferenz mit Bundestagspräsident Norbert Lammert der Website-Relaunch des Bundestags vorgestellt. Bei einer Website, die immerhin 4 Millionen Unique Visitors im Monat aufweist, ist einiges zu erwarten. Repräsentative Auftritte wie der des Weißen Hauses haben in letzter Zeit die Hoffnung genährt, die politische Klasse würde das Internet für sich entdecken und es für eine bürgernahe und partizipative Kommunikation nutzen. Man wird ja noch träumen dürfen. Der aktuelle Auftritt kommt aus einer Zeit, in der morgens AOL-CDs die Briefkästen verstopften und eBay noch Alando hieß. Die fragmentierte Portalstruktur hat so viel Sex-Appeal wie ein Kleinanzeigenportal für gebrauchte Waschmaschinen. Schlimmer noch ist die Navigation: Hier tritt der Lost-in-Web-Effekt schon beim Aufpoppen der Secod-Level-Navigation auf. Dass die Website unter OS X 10.5.7 und Firefox 3.0.5 fehlerhaft angezeigt wird, fällt da kaum noch ins Gewicht. Die Intention der Website? Die offizielle Pressemitteilung verrät es: „Im Mittelpunkt des neuen Angebots – www.bundestag.de – stehen bewegte Bilder. Debatten und Ausschusssitzungen mit Hintergrundinformationen werden live übertragen. Das Parlament präsentiert sich allen Bürgerinnen und Bürger übersichtlich und täglich aktuell.“ Von den bewegten Bildern, die im Mittelpunkt stehen, gibt es auf der aktuellen Startseite genau null. Zero, niente, nada. Kein einziges Video ist dort vorhanden. Update: Mittlerweile ist ein Videointerview mit Norbert Lammert auf der Startseite. Als dieser Artikel geschrieben wurde, war da noch ein Bild. Um überhaupt Videos zu finden, quält der Besucher sich entweder durch eine gefühlte Hundertschaft an Navigationspunkten oder bemüht – wie so oft – die Suche. Usability ist in der Politik eben nicht besonders beliebt. Dennoch ist Norbert Lammert von der neuen Seite begeistert. Dass sie ihn...
10.000 Follower über Normalnull – die Lufthansa setzt bei Twitter auf Masse statt Klasse

10.000 Follower über Normalnull – die Lufthansa setzt bei Twitter auf Masse statt Klasse

Die Deutsche Lufthansa setzt in der Online-Kommunikation als eines der ersten DAX-Unternehmen auf Twitter. Das ist nichts Neues. Am 12. Mai setzte die Airline ihren ersten Tweet ab: „Follow Lufthansa: Dann weißt du es zuerst. Ab jetzt werktäglich Top-Angebote, Insider-Infos, exklusive Downloads, Tipps und News“ Lufthansa hielt Wort: Über den Lufthansa-Twitter wird vorwiegend Werbung verbreitet. Das macht der Konzern nicht selbst, sondern sein Dienstleister Pixelpark. Dementsprechend negativ fielen die Reaktionen aus der Blogosphäre aus, exemplarisch die Kritik von David Nelles und René Seifert. Katharina Gebhard fasste die Negativpunkte treffend zusammen: „Man hat das Prinzip Twitters als Medium an sich nicht verstanden. Keine wechselseitige Kommunikation, kein Eingehen auf die Follower (bislang folgt der Account keinem einzigen seiner Anhänger) und durch den externen Schreiber erst recht auch keinerlei Authentizität.“ Es ist nicht so, dass Lufthansa die Kritik nicht beherzigt hätte. Mittlerweile folgt der Deutsche Kranich 45 anderen Twitter-Accounts, und auch der ein oder andere Dialog schleicht sich zwischen all die Werbung. Das ändert allerdings nichts am eigentlichen Ziel der Twitterkommunikation, schnell mehr Follower zu gewinnen, um eine größere Reichweite für die Werbebotschaften zu erhalten. Dieses Ziel forciert die Lufthansa nun mit einer Verlosung: Wenn der Account @Lufthansa_DE bis zum 31. August 10.000 oder mehr Follower hat, werden unter diesen 10 x 2 Europaflüge und 100 Lufthansa Gutscheinen im Wert von je 50 € verlost. Und dann? Am Ende sitzt die Lufthansa auf 10.000 Followern, die den Account in der gleichen Motivation abonniert haben, mit der sie das Gewinnspiel-Formular einer Website ausfüllen würden. Der Gewinn steht im Vordergrund, das Erreichen eines persönlichen Vorteils, nicht die Auseinandersetzung mit dem Unternehmen. Ist der Follow-Button...